Wartungsfenster
Noch fünf Sonntagnächte bis zum Change Freeze. Zu viele Patches, zu wenig Admins, und jede Woche wird das Fenster kleiner. Das NetScaler-Update ist immer zu groß, immer dringend und hat natürlich noch keine Unterschrift.
Patch aus dem Rückstau wählen, ins Fenster setzen: Breite ist die Dauer, Höhe sind die Admins. Dann startet ihr die Nacht, und es wird sich zeigen, was euer Plan taugt.
Plant Puffer ein. Riskante Patches dauern gern eine halbe Stunde länger und verdrängen, was direkt dahinter steht. Läuft etwas über das Ende des Fensters hinaus, kostet das Goodwill. Kritische Patches über ihrer Frist werden zu Vorfällen. Ohne Unterschrift geht es nur mit einem eurer drei Notfall-Changes.
Dauert etwa fünf Minuten und läuft ohne Zeitdruck. Geräte, Personen und Fristen im Spiel sind erfunden, das Problem nicht.
Was an diesen Nächten echt ist
- Nicht alles ist gleich dringend: Was gerade aktiv ausgenutzt wird, gehört nach vorn. Die US-Behörde CISA pflegt dafür einen öffentlichen Katalog ausgenutzter Lücken, den Stand für NetScaler und Co. zeigt auch unser Lagezentrum.
- Angreifer mögen freie Tage: FBI und CISA warnen vor besonders schweren Ransomware-Angriffen an Feiertagen und Wochenenden (AA21-243A). Ein Change Freeze ist sinnvoll, Sicherheitsupdates brauchen aber einen schnellen, geprüften Notfallweg. Mehr dazu in unserer Change-Freeze-Richtlinie, Abschnitt „Im Ernst“.
- Puffer und Rückweg gehören in den Plan: Updates brauchen manchmal länger oder gehen schief. Plant Reserve ein, und legt vorher fest, wie ihr die Änderung zurücknehmt.
- Patchen ist nicht immer alles: Nach manchen Updates müssen zusätzlich Sitzungen beendet oder Zugangsdaten erneuert werden. Bei CitrixBleed riet NetScaler genau dazu (NetScaler).
Dauer, Risiko und Größe der Patches sind frei erfunden und sagen nichts über echte Updates eines Herstellers aus, auch nicht über die von NetScaler. Der Witz mit dem Hotfix für den Hotfix ist Satire.